Das Jahr 2026
QFF Arbeitstreffen 2026 in Hamburg
Wir durften zum zweitem mal Ausrichter vom Arbeitstreffen der QFF (Queer Football Fanclubs) sein und begrüßten rund 30 Teilnehmende anderer queerer Fanclubs, hier bei uns in Hamburg. Es wurde für uns einmal mehr deutlich, wie wichtig Vernetzung und gemeinsamer Austausch sind. Als Teil der Community konnten wir gemeinsam ein intensives und bestärkendes Wochenende erleben. Ausgerichtet wurde das Treffen im Volksparkstadion mit einer tollen Unterstützung seitens des HSV.
Ein inhaltlicher Schwerpunkt lag auf der Erinnerungsarbeit beim HSV. Das NetzE hat uns dabei eindrucksvolle und sehr bewegende Einblicke in die Aufarbeitung des Nationalsozialismus im Verein gegeben. Besonders spannend war die Führung durch die Sonderausstellung „Ins rechte Licht gerückt“ im HSV Museum zur rechtsextremen Gewalt und dem Einfluss von rechts im HSV-Umfeld der 1980er Jahre. Für uns war klar: Diese Auseinandersetzung zeigt, wie wichtig es ist, Geschichte sichtbar zu machen und auch heute Haltung gegen Diskriminierung und Ausgrenzung im Fußball zu zeigen.
Gleichzeitig haben wir uns intensiv mit aktuellen Herausforderungen beschäftigt. Ein großes Thema waren evangelikale Spielervereinigungen wie „Ballers in God“ oder „Fußball mit Vision“, die sich zunehmend auch im Profifußball vernetzen. Diese treten zunehmend auch im Profibereich in Erscheinung und fallen immer wieder durch homo- und transfeindliche Positionen auf. Als queere Fans betrifft uns das unmittelbar – etwa wenn prominente Spieler durch entsprechende Aussagen oder Social-Media-Aktivitäten Aufmerksamkeit erzeugen. Aus unserer Sicht ist es problematisch, wenn religiöse Überzeugungen als Deckmantel für homo- und transfeindliche Einstellungen genutzt werden. Daher sehen wir hier dringenden Gesprächsbedarf.
Neben den inhaltlichen Diskussionen kam auch der persönliche Austausch nicht zu kurz – ob bei den Gesprächen im Stadion oder beim gemeinsamen Abend in der Stadt. Das Treffen hat uns erneut gezeigt, wie wichtig solidarische Netzwerke sind, um sich gegenseitig zu stärken und gemeinsam für einen inklusiveren Fußball einzutreten. Getreu dem Grundmotto des QFF „Getrennt in den Farben, vereint in der Sache.“
Für uns steht fest: Wir wollen die Themen aus dem Wochenende weitertragen und insbesondere auch mit dem HSV stärker in den Dialog gehen. Denn echte Veränderung entsteht nur, wenn wir dranbleiben und unsere Perspektiven sichtbar machen.

